VOCALIZE 3_SAINKHO NAMCHYLAK/W. PARKER/H. DRAKE

Datum: Do, 11.12.2003
Veranstalter: Verein Innenhofkultur
Ort: cik@Künstlerhaus Klagenfurt

WHS Jazz Trio:
Sainkho Namchylak_vocal
William Parker_doublebass
Hamid Drake_drums

DER BAUM DER KUNST
Was unterscheidet das menschliche Bewusstsein von der übrigen, lebendigen Natur?
Die Kunst.
Kunst ist eine schöne Pflanze oder ein Baum.
Im Zeitalter der rohen Geschwindigkeit schützt diese Pflanze vor der Verunreinigung durch Vereinheitlichung und Gleichgültigkeit. Sie weckt die Phantasie des Publikums.
Sie macht das Bewusstsein der Menschen zum ganzheitlichen und WAHREN GUTEN.
Der Baum der Kunst ist der Baum der Weisheit.
Wie die Wurzeln des Baumes in die Tiefe der Erde reichen, so halten sich die Wurzeln der Kunst in der Geschichte der Tradition, in der Geschichte der Menschheit, und sein Körper strömt der Zukunft entgegen.
Wir präsentieren Ihnen Musik – die Verbindung von Intonationen, Emotionen und Klang als Blüten, Blätter und Früchte.
Es gibt keine Kunst ohne Erfahrung, ohne Sie, verehrtes Publikum.
Hören Sie uns sehen Sie, leben Sie bitte mit und lassen sich inspirieren.
Sainkho Namchylak

„…What makes the difference between Human and other Beings?
The Art.
Art is a beautiful plant or tree.
In age of elevated speed it`s protecting intellect from the pollution of standartisation and indifference,
awakening fantasy of the audience and it is keeping unity in recognition of human beings FOR GOOD.
The tree of art is the tree of WISDOM.
Like any tree it´s rooted deep in this Earth, the roots of art is holding the history of traditions and all history of humankind, and it`s striving its own BODY upwards into the future.
We present the Music – an impact of intonations, emotions and sounds, as flowers, leaves and fruits.
There is no art without experience, without audience, without you.
Listen and hear, look and see, get inspired!
In this constellation we are the leaves and fruits and your attention is protecting the beauty of the tree of art, TREE OF WISDOM.“
Sainkho Namchylak

Sainkho Namtchylak, Sängerin ausTuva:
Im Westen kann man Tuvinischen Oberton-Gesang wesentlich einfacher hören als in St. Petersburg! – stellt Sergey Chernov in der St. Petersburg Press fest. Aber so war es nicht immer. Es war ein langer Weg in den Westen für Sainkho.

Sainkho Namtchylak wurde in einer kleinen Goldgräberstadt in der ehemaligen Tuvinischen Sowjetischen Republik in Südsibirien in der Nähe der Mongolei geboren. Ihre Großeltern waren Nomaden und ihre Elten ware beide Lehrer. Sie studierte Musik an der Musikhochschule in Kyzyl, aber vom Philharmonischen Komitee wurde sie nicht als Berufsmusikerin zugelassen. Deshalb ging sie nach Moskau und beendete dort ihr Musikstudium. Sie studierte Gesang am Gnesin Institut.

Zur gleichen Zeit studierte sie auch verschiedene Gesangstechniken der lamaistischen und schamanistischen Tradition Sibiriens und den tuvinischen und mongolischen Obertongesang. Ihre berufliche Laufbahn begann sie als Sängerin des Ensembles Sayani, dem tuvinischen staatlichen Folklore-Ensemble, mit dem sie auch auf Tourneen nach Europa, Australien, Neuseeland, USA und Kanada ging.

Seit 1988 begann Sainkho, mit improvisierenden Musikern in der Sovietunion zusammenzuarbeiten und sie versuchte, traditionelle ethnische elemente mit den Klängen der Avantgarde zu verschmelzen. Ihre ersten Auftritte im Westen hatte sie auf dem Jazzfestival Münster 1990 und in Ulrichsberg.

Sie war Mitglied des Ensembles Tri-O mit Sergej Letov (sax), Arkadij Kiritschenko (tuba) und Alexander Alexandrov (fagot). Tri-O ist eher als 3 Löcher denn als Trio zu übersetzen. Diese 3 Musiker aus Moskau wurden bekannt für ihren eigenständigen Jazz, denn sie imitierten nicht, sondern erfanden ihre eigene Musik.

Als Sainkho zu diesem Ensemble stieß, fanden sie gerade Aufmerksamkeit in den westlichen Medien. Zuallererst einmal, weil sie so exotisch waren. Ich erinnere mich an einen Artikel im SPIEGEL über die Eröffnung des Goethe-Institutes in Moskau, und weil die Journalisten ja wohl nicht mehr genauer hinschauen, druckten Sie ein Photo von Sainkho ab und nannten sie Tri-O. Sie hat einen exotischen Namen, den sich niemand merken kann, da kann man doch den Ensemble-Namen nutzen? Merkt ja keiner…

Aber wir haben es bemerkt. Plötzlich hörten wir sehr eigenartige Melodien, zweistimmige Lieder, Obertöne .. gemischt mit Jazz, mit Jazz verschmolezen, ein neuer Klang im Jazz. Mongolischer Oberton-Gesang war zwar im Westen schon bekannt, aber nun verließ er die esoterische Ecke und das WeltMusik-Reservat. Diese Musik wurde nicht von einem Folklore-Ensemble dargeboten und nicht von erleuchteten Westlern imitiert, diese Musik wurde ein Teil unseres Lebens und wir, das Publikum, gewöhnten uns daran. Was bedeutet, daß wir nach dem ersten Erstaunen mehr verlangten. Diese Musik stand für Stärke, Vitalität, Sensitivät, Gefühl … es wurde Teil unserer Musik und nicht Teil einer Zirkusvorstellung.

Sainkho lebte dann im Westen, sie arbeitete mit zahlreichen Künstlern und unternahm Tourneen durch viele Länder, sie trat auf Festivals auf. Es war nicht immer sehr einfach für sie, denn wir im Westen denken und leben auch in Kategorien, und sie paßte eben in so viele Kategorien: sie ist eine Frau, sie ist die Stimme einer sehr exotischen Kultur, sie tritt mit Jazzmusikern auf … und hier im Westen kann man nicht einfach auf zwei Hochzeiten tanzen.

Sainkho wurde vorgestellt auf einer CD mit dem Namen ‚Women’s World Music‘, und ihre CD ‚Out of Tuva‘ bringt Ethno-Pop, aufgenommen zwischen 1989 und 1993 in Kyzyl, Moskau, Wuppertal, Paris und Brüssel. Sie ist eine improvisierende Sängerin und tritt auf mit Peter Kowald, Butch Morris, Werner Lüdi und spielte als Schauspielerin in der Performance Tunguska-Guska‘ mit.
Sie produzierte ihre sehr privaten Briefe an ihren Vater, ‚Letters‘ und sie arbeitete am STEIM-Institut in Amsterdam. Sie lebte in Wien, Berlin und Moskau. Sie wandert zwischen den Welten, aber für sie gibt es keine Grenzen.

Es geht um den Moment und um die Musik, Kategorien braucht es nicht.. Das ist eine ihrer Aussagen. Sie kennt ihre Wurzeln in der starken tuvinischen Tradition und sie braucht die Improvisation um sich selbst auszudrücken.

Laut Sergej Chernow sagt sie, daß ihre Musik keine traditionellen Tuvinischen Oberton-Gesänge enthält: „Wenn du sygyt (tuvinischen Oberton-Stil) heraushören möchtest, wirst du es nicht hören … Wenn ein Mann singt, dann komprimiert er seine Lungen, was sehr große Kraft erfordert, und ich stellte fest, daß eine Frau, wenn sie auf diese männliche Weise singen möchte, ihre Stimme verliert. So entschloß ich mich, das nicht zu tun, aber einen Klang zu schaffen, der wie Tuvinischen Oberton klingt, und trotzdem meine Stimme nicht zerstört,“ sagte sie letztes Jahr nach einem ihrer Konzerte.

Auch wenn sie eine der besten Botschafterinnen für ihr Land ist, so wird sie in Tuva doch nicht von allen akzeptiert. Einer der Gründe dafür ist, daß Oberton-Singen eine männliche Technik ist und Frauen nicht zukommt. Ein anderer Grund ist, daß sie Tuva verließ und im Westen lebte. Diese Vorurteile konnte ich recht deutlich wahrnehmen, als ich sie 1993 in Kyzl besuchte.

Sie widmete ihre SEVEN SONGS FOR TUVA ihrem Volk.

Einige kurze Informationen über Tuva:
Immer wenn man nach Informationen über Tuva sucht, findet man mindestens diese drei Aussagen:
* Die Tuvinische Republik (Tannu Tuva) liegt in den Tannu – Bergen an der Grenze zwischen Sibirien und dem Nord – Westen der Mongolei
* Tuva war berühmt für seine exotischen Marken
* Der berühmte amerikanische Wissenschaftler Feynmann wollte wissen, was aus Tannu Tuva geworden ist.

Es gibt inzwischen noch mehr Informationen, z.B. daß Tuva erst sehr spät in die Sovjet-Union eingetreten ist, daß die Tuvinische Kultur eine lamaistisch-schamanistische Kultur ist und daß Tuva berühmt ist für seine Oberton-Musik.

Termine

heute um 19:00

OLTA ZACH 3.0 | Vernissage | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Die Ausstellung Olta Zach 3.0: Andere Ansichten, die vom 14.01. bis 18.02. in der Villa For Forest zu sehen ist, bietet Jungkünstler*innen aus dem Raum Kärnten eine neue Ausstellungsfläche, um ihre Kunst zu präsentieren. Mit dieser Ausstellung, die eine Kooperation zwischen den Kunst- und Kultur-vereinen „IWA“ und „Innenhofkultur“ ist, sollen junge Künstler*innen mit ihren anderen Ansichten in den Mittelpunkt gestellt werden. Es werden primär Werke aus den Bereichen Malerei und Fotografie ausgestellt.
Das Hauptziel dieser Ausstellung ist es, jungen Künstler*innen eine Plattform zu bieten. Insgesamt sind Werke von 20 Personen zu sehen. Am 14.01. findet die Vernissage statt. Es ist bereits das dritte Mal, dass eine Ausstellung in dieser Form stattfindet. In dieser Ausstellung sollen die Blickwinkel junger Künstler*innen auf die Welt gezeigt werden, die man sonst nicht zu sehen bekommt – ihre an-deren Ansichten.
morgen um 20:00

DEMIURG | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Demiurg ist ein zeitgenössisches Theaterstück über Kontrolle, Entfremdung und Selbstverlust im Zeitalter digitaler Dauerablenkung.
Ein Mensch – eingeschlossen in einem gläsernen Schaukasten – steht einem allmächtigen Demiurgen gegenüber, der ihn beobachtet, provoziert und manipuliert.
Zwischen beiden entspinnt sich ein existenzielles Duell über Freiheit, Selbstbestimmung und den Preis der Betäubung durch Technik, Routine und Medien.
Was bleibt, wenn alle Ablenkung verstummt?
Ein Stück über die Zerbrechlichkeit des modernen Selbst – zwischen Voyeurismus, Kontrollwahn und der Sehnsucht, wieder zu fühlen.

Konzept, Regie & Produktionsleitung: Michael Watzenig, Johanna Steindl
Schauspiel: Anja Knafl, Robert Grießner
Text: Michael Watzenig
Bühne & Kostüm: Johanna Steindl

Tickets online unter: https://www.kaernten.live/vakue
per Mail an: vakue.office@gmail.com
oder per SMS an: +43677 63494156
Kartenpreise: 25€ / 12€ ermäßigt
übermorgen um 20:00

DEMIURG | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Demiurg ist ein zeitgenössisches Theaterstück über Kontrolle, Entfremdung und Selbstverlust im Zeitalter digitaler Dauerablenkung.
Ein Mensch – eingeschlossen in einem gläsernen Schaukasten – steht einem allmächtigen Demiurgen gegenüber, der ihn beobachtet, provoziert und manipuliert.
Zwischen beiden entspinnt sich ein existenzielles Duell über Freiheit, Selbstbestimmung und den Preis der Betäubung durch Technik, Routine und Medien.
Was bleibt, wenn alle Ablenkung verstummt?
Ein Stück über die Zerbrechlichkeit des modernen Selbst – zwischen Voyeurismus, Kontrollwahn und der Sehnsucht, wieder zu fühlen.

Konzept, Regie & Produktionsleitung: Michael Watzenig, Johanna Steindl
Schauspiel: Anja Knafl, Robert Grießner
Text: Michael Watzenig
Bühne & Kostüm: Johanna Steindl

Tickets online unter: https://www.kaernten.live/vakue
per Mail an: vakue.office@gmail.com
oder per SMS an: +43677 63494156
Kartenpreise: 25€ / 12€ ermäßigt
am Di, 20.01.2026 um 20:00

Jazz Vocal Night “What about the Verse” | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Jazz Vocal Night
“What about the Verse”

Herzlich willkommen zu einem besonderen Abend voller musikalischer Entdeckungen!

Heute Abend präsentieren die talentierten Studierenden der Jazz Vocal Klasse von Caroline de Rooij ihre einzigartigen Interpretationen ausgewählter jazz-standards mit “ Verse”.

In den 1940er Jahren gehörten diese “Verses” zum Lied dazu und im Laufe der Zeit wurde manche verses kaum noch gespielt

Die Studierenden haben gründlich recherchiert und teilweise ganz alte Verses transkribiert.

Mit Leidenschaft und Kreativität bringen die Studierenden diese oft übersehenen Werke auf die Bühne, unterstützt von der wunderbaren Karen Asatrian und der GMPU Jazz Band. Freut euch auf ein abwechslungsreiches Programm, das die Tiefe und Schönheit des Jazz in all seinen Facetten widerspiegelt.

Eintritt frei
am Do, 29.01.2026 um 18:30

Intentional & Random: a festival | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Join us for an evening of music that explores the boundaries of sound and performance.

Beginning at 18:30, the event will open with a collaborative sound installation Quotidian Reminiscence in the garden of Villa for Forest. The sonic positions of the installation are distributed across the outside space, inviting listeners to roam around and encounter dialogues among eight micro-compositions that capture moments of habitual personal contexts. The installation will remain active throughout the entire event, providing an immersive sonic backdrop to three distinctive concerts. At 19:30, the first concert features a new work by Klagenfurt-based composer Bastien Brännland, alongside Matthew Schlomowitz's Letter Piece #5: Northern Cities, for two players performing music, actions, and text; Alban Berg’s 4 Stücke, Op. 5, which delves into virtuosic atonality through extended techniques such as flutter-tonguing and extreme dynamics; and John Zorn’s seminal "game piece" Cobra, where performers shape the music in real time through cues and gestures. The 20:30 concert showcases Julius Eastman's minimalist masterpiece Stay On It – a work by a composer whose brilliant contributions were almost completely lost but have recently achieved high acclaim – paired with Peter Ablinger's noise piece Nanophony for soft sounds and loud amplification. The final concert at 21:30 will conclude the evening with an experimental improvisation designed and performed by a quintet of composer-performers, sympathetically agitated by Christopher A. Williams.

From the opening collaborative sound installation to the final improvisation set, Intentional & Random promises a unique journey through sound, intermedia and performance. Whether you're a seasoned experimental music enthusiast or a curious first-time listener, this event offers a unique opportunity to explore the frontiers of musical expression.

All are welcome!