CD-Präsentation PUZZLE WORKS | BURKHARD STANGL/MARTIN PHILADELPHY – 20.00

Datum: Sa, 10.11.2012
Veranstalter: Verein Innenhofkultur
Ort: raj, Badgasse 7, 9020 Klagenfurt

Bild: Burkhard Stangl | Martin Philadelphy

Eintritt: 10 | 8 | 5

Martin Philadelphy
CD Präsentation: Puzzle Works
Burkhard Stangl rec/rec

1.Solo Set: Martin Philadelphy – Gitarre
2.Solo Set: Burkhard Stangl – Gitarre
3.Duo Set: Martin Philadelphy/ Burkhard Stangl

„Puzzle Works“ (Delphy Rekords), das neue Album des musikalischen Freigeistes, ist einmal mehr ein ganz wunderbares Beispiel dafür geworden, was wirklich Faszinierendes entstehen kann, löst man sich einmal von allem Scheuklappendenken. Die insgesamt 17 Stücke offenbaren als eine sehr intime Reise in die musikalische Gedankenwelt des immens vielschichtig agierenden Martin Philadelphy, der dieses Mal alleine sein Spiel an der Gitarre in den Vordergrund des Geschehens rückt. Was regiert sind die Unmittelbarkeit der Klänge, die aus der Dezentheit heraus und Zurückhaltung entstehende dichte Atmosphäre und die Loslösung von so ziemliche allen traditionellen Begrifflichkeiten.

Der Versuch, „Puzzle Works“ in irgendeine stilistische Schublade zu zwängen, ist eigentlich schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt. Waren Martin Philadelphys bisherigen Veröffentlichungen schon allen Kategorisierungsfragen enthoben, so ist es beim neuen Werk erst recht der Fall. Seine Musik ist genauso Jazz, Klangkunst, Rock und Blues, wie sie es eben auch nicht ist. Denn wieder einmal schlüpft der Gitarrist in die Rolle eines musikalischen Akrobaten, der mit all den verschiedenen Elementen auf unvergleichliche Art und Weise zu jonglieren weiß. Seine Virtuosität ist eine zurückhaltende, ja fast versteckte. Anstatt sich in großen, ausufernden und selbstverliebten Gesten zu üben, setzt der Tiroler auf die Kraft seiner von langen Spannungsbögen getragenen Klangmalerein, welche irgendwo zwischen atmosphärischen und sehr stimmungsgeladenen Passagen und locker verspielten Momenten.

Auf eine Begleitband verzichtet der experimentierfreudige Freigeist dieses Mal vollkommen. Er überlässt alleine seiner Gitarre die Hauptrolle. Diese erklingt einmal akustisch, an anderer Stelle verzerrt, mal werden die Saiten nur sanft angezupft, mal reißt der Tiroler diese so richtig durch. Die Kunst, welche Martin Philadelphy wie kaum ein anderer beherrscht, ist, alles immer lebendig erscheinen zu lassen, die Musik im Fluss zu halten. Sich niemals im allzu Abstrakten verlierend, holt er die Hörer immer wieder mit wunderschönen und gefühlvollen kurzen Andeutungen von Melodien gekonnt zurück ins Geschehen. Es ist fast unmöglich, nicht von den Stücken gepackt zu werden.

Martin Philadelphy zelebriert auf „Puzzle Works“ die meditative Macht der Monotonie, die vermutlich nur selten zuvor so abwechslungsreich und faszinierend geklungen hat. Ein Muss für Liebhaber unkonventioneller, avantgardistischer und experimenteller Klangwelten. (mt)


Burkhard Stangl
Réc.Rec.
für E-Gitarre, Electronics und Tapes
„Ich habe, wenn ich allein bin, Angst vor Freiräumen. Nein, ich sage es anders: Kaum bin ich allein, überkommt mich eine Tendenz zur Sicherheit hin. Grotesk: Es ist ja niemand da, der mir den Freiraum streitig machte – außer ich mir selbst. Als ob ich befürchten müsste, mich in der Freiheit zu verlieren. Solospielen ist eine komplexe Angelegenheit, sicherlich auch eine Sache des Naturells und Charakters. Andere fühlen sich ja eingesperrt, wenn sie unter Leuten sind…”. So schreibe ich in Hommage à moi(edition echoraum, 2011) über meine bisherigen Gitarren-Soloarbeiten. Ich hoffe, manches ändert sich endlich einmal . Réc. steht für Récital, Rec. für Recording. Geplant ist, den Konzertmitschnitt für eine Live-Gitarren-Solo-Platte zu verwenden. (BS)

Mph/ Delphy Records

Termine

am Do, 11.06.2026 um 18:00

Courage & Audacity | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Courage & Audacity (A Festival) continues the format initiated last semester with Random & Intentional in a new edition organised by the MAK Institute at the Gustav Mahler Privatuniversität für Musik. Across three concerts, six classes led by H. H. Rutz, A. Velinovska, M. Winter, S. Loy, C. A. Williams, K. J. Polzhofer, and H. Ulus present New Music, sound art, improvisation, and interdisciplinary experimental performance formats. This year’s programme places a particular focus on works by women composers, following wishes articulated by the students themselves.
am Sa, 13.06.2026 um 18:00

Pareidolie – Da war doch etwas | Vernissage | Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Warum sehen wir Gesichter in einem Stück Stoff? Warum wird aus einem Schatten plötzlich eine Gestalt? Und wann scheint ein Bild mehr zu zeigen, als tatsächlich da ist?
Die Ausstellung versammelt Fotografien, die mit Licht, Bewegung und Perspektive spielen. Sie lädt dazu ein, genauer hinzusehen – und den eigenen Wahrnehmungen zu misstrauen.
Vielleicht zeigen die Arbeiten etwas. Vielleicht entsteht die Geschichte dazu erst in unserem Kopf.
Das Spannende liegt oft genau dazwischen.

Tanja Ruß studierte Medienkultur- und Kunsttheorien in Linz und lebt heute in Berlin. Ihre Arbeiten sind inspiriert vom psychologischen Phänomen der Pareidolie – der menschlichen Tendenz, in Zufälligem Formen, Gesichter und Geschichten zu erkennen.
am Mi, 17.06.2026 um 19:30

In memoriam Dietmar Kaufmann (1941-2025)

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, 9020 Klagenfurt Konzert des Hortus Musicus und des Carinthia Saxophon-Quartetts

Der im September 2025 verstorbene Komponist Dieter Kaufmann wäre am 22. April dieses Jahres
85 Jahre alt geworden. Das Konzert ist dem Werk dieses bis zum Schluss seines Lebens
schöpferischen Künstlers gewidmet. Kaufmann war seit seiner Oper „Volksoper“ im Jahr 1984
steter musikalischer Begleiter des Hortus Musicus und hat eine Unzahl von Werken für dieses
Ensemble geschrieben. Ähnliches gilt für das Carinthia Saxophon-Quartett, das eine Reihe von
Quartetten und Solostücken von Kaufmann uraufgeführt hat. Der Abend bringt zudem zwei Werke,
in dem beide Ensembles gemeinsam musizieren.

© Stefan Schweiger