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Villa For Forest als Pop-up-Tonstudio

Datum: Mi, 27.05.2020
Quelle: Kleine Zeitung - Kultur


Krea­ti­vi­tät statt Schock­star­re: Gi­tar­rist Pri­mus Sit­ter mit sei­nem Team in der Villa For Fo­rest | BERN­HO­FER

Villa For Forest als Pop-up-Tonstudio
Rund 80 Kärnt­ner Mu­si­ker spie­len gegen den kul­tu­rel­len Still­stand an und pro­du­zie­ren eine Dop­pel-CD.
VonKarin Wald­ner-Pe­tut­sch­nig

Es ist span­nend zu er­le­ben, wie ein Pro­jekt wäh­rend des Ge­hens ent­steht“, meint Sän­ge­rin Desirée Mos­tetsch­nig über ihre Er­fah­run­gen rund um die pro­fes­sio­nel­le Stu­dio-Auf­nah­me eines neuen Lie­des von ihr für das Pro­jekt „Re­cor­dings of now“. Der Ver­ein In­nen­hof­kul­tur hatte zu einer Pro­duk­ti­on in die kurz­zei­tig zum Ton­stu­dio um­ge­stal­te­te „Villa For Fo­rest“ in Kla­gen­furt ge­la­den, um der co­ro­nabe­ding­ten Schock­star­re in der frei­en Szene Krea­ti­vi­tät ent­ge­gen­zu­set­zen. Und es gab – an­ders als bei all den Strea­m­ing-An­ge­bo­ten im In­ter­net – sogar Ho­no­rar dafür! Nicht viel zwar: „Zwi­schen null und 400 Euro“, wie Rai­mund Spöck er­zählt. Aber was wirk­lich zählt, sei die Wert­schät­zung, der Re­spekt, meint Wolf­gang Pu­sch­nig, mu­si­ka­li­sches Mas­ter­mind des Pro­jek­tes: „Man soll sehen: Da gibt’s etwas. Die freie Szene ist ja der Humus, ein Mi­kro­kos­mos, aus dem so viel mehr wächst, als Ga­ba­lier und Salz­bur­ger Fest­spie­le!“ Rund 80 Künst­ler (zwi­schen 18 und Mitte 70), die die Co­ro­na-Zeit in Kärn­ten ver­brach­ten, geben sich für die­ses Zeit­do­ku­ment ein Stell­dich­ein.

Wer sich da zwi­schen 24. April und 9. Juni in der Villa am Vikt­rin­ger Ring die Klin­ke in die Hand gab, ist das Who’s who der hei­mi­schen (Jazz-)Mu­sik-Sze­ne: von Mi­cha­el Erian, Ste­fan Gfrer­rer, Emil Kris­tof, Kle­mens Marktl über Pri­mus Sit­ter, Tonc Fei­nig und Oli­ver Wel­ter bis zu Mul­ti­ta­len­ten wie Al­fred Gou­bran, Ri­chard Klam­mer, Ger­hard Fresa­cher, Diet­mar Pickl und Na­di­ne Zeintl. Sie spie­len Alt­be­kann­tes und Im­pro­vi­sier­tes, teil­wei­se in neuen For­ma­tio­nen. Auch Film-, Foto- und Ton­tech­ni­ker er­hiel­ten aus dem Bud­get eine fi­nan­zi­el­le Auf­wands­ent­schä­di­gung.

Einer der Haupt­fi­nan­ziers ist die Kärnt­ner Kul­tur­stif­tung, die ein „So­li­da­ri­täts­kon­to für Kunst & Kul­tur“ er­öff­net hat, auf das jeder ein­zah­len kann, der den frei­schaf­fen­den Künst­lern des Lan­des hel­fen will. Je 1000 Ex­em­pla­re der Dop­pel-CD wer­den die Kul­tur­stif­tung und der Ver­ein In­nen­hof­kul­tur ab Juli zum Ver­kauf an­bie­ten. Üb­ri­gens: Dank der ak­tu­el­len Co­vid-Lo­cke­run­gen kann das Pu­bli­kum an den letz­ten Auf­nah­me­ta­gen (6.-8. Juni) die Auf­trit­te (z. B. die Band „Kern­fu­si­on“) abends auch live er­le­ben.

www.​kul​turs​tift​ung.​at; inn​enho​fkul​tur.​at

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