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Kultur muss berichtet werden!

Datum: Di, 04.02.2014
Quelle: Kleine Zeitung, Kultur

guttner

DAVID GUTTNER fordert mehr Transparenz bei Kulturausgaben in Kärnten

„Was österreichweit zusehends auch bei Städten zum Standard wird, scheint in Kärntens größten Kommunen unvorstellbar zu sein.”

Innsbruck hat einen, Salzburg hat einen, auch Graz und Wien – und sogar die relativ kleinen Gemeinden Hohenems und Spittal an der Drau haben einen: einen Kulturbericht. Was österreichweit zusehends auch bei Städten zum Standard wird, scheint bei den beiden größten Kärntner Kommunen nach wie vor unvorstellbar zu sein. Dabei sollten die regelmäßige Veröffentlichung und Begründung der stadteigenen Finanzgebarung schlichtweg als demokratiepolitische Pflicht und nicht als Kür verstanden werden.

Dass der Kleinen Zeitung nun Einblick in die Jahresabschlüsse der Kulturabteilungen von Klagenfurt/Celovec und Villach/Beljak „gewährt” wurde, ist ein erster wichtiger Schritt, aber noch lange nicht zufriedenstellend. Die Argumentation, dass die Veröffentlichung eines Kulturberichtes mit zu hohen Kosten verbunden bzw. aus datenschutzrechtlichen Gründen unmöglich wäre, ist – gerade in Zeiten allerorts eingeforderter Transparenz – abstrus.

Derzeit scheinen sich die Kulturabteilungen von Klagenfurt und Villach auch als Veranstalter von zeitgenössischer Kunst und Kultur zu gefallen. Das kann mitunter zu einem gedeihlichen kulturellen Klima beitragen. Wenn die Zahl dieser Eigenveranstaltungen aber unverhältnismäßig, der Einsatz der Mittel intransparent ist und zahlreichen Kulturinitiativen mit dem Verweis auf nicht vorhandene Gelder das Kulturschaffen erschwert oder gar verunmöglicht wird, dann müssen sich die zuständigen politischen EntscheidungsträgerInnen den Vorwurf gefallen lassen, demokratisch nicht „lupenrein” zu agieren. Zudem sind die Beträge, die Kulturabteilungen zahlen können, in der Regel Höchstpreise, die oft schwer nachvollziehbare Zahlungen an Agenturen und sonstige „Vermittler” inkludieren. Dass es sich hierbei um durchaus relevante Summen handelt, zeigen 900.000 Euro alleine an Agenturkosten, die Kulturlandesrat Waldner jüngst bei dem Budget seines Vorgängers im Bereich der traditionellen Kultur ausfindig machen konnte. Freie Kulturinitiativen veranstalten zu einem Bruchteil dieser Kosten, ohne dabei weniger Qualität zu bieten.

Nicht zuletzt deshalb fordert die Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška schon seit Jahren die Veröffentlichung nachvollziehbarer Kulturberichte der Gemeinden Klagenfurt und Villach.

David Guttner ist Sekretär der Interessensgemeinschaft der freien Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška (IG KIKK) und Vorstandsmitglied der IG Kultur Österreich.