TRIO EXKLUSIV – CD-Präsentation

Datum: Do, 09.05.2002
Veranstalter: Kunstverein Kärnten und Verein Innenhofkultur
Ort: Künstlerhaus Klagenfurt

Trio Exklusiv

Lineup:
Danner, Michael – *
Klammer, Richard, «Richie Glamour» – perc., tp., voc.
Reisecker, Franz – Effektgerät, electronics, guit., voc.
Wolfsteiner, Mex – dr., perc., samples
Zrost, Martin – bcl., eb., key., sax.
*) Spitzentechnik & Supersound

Trio Exklusiv Live-Dates:
30.3.2002 – Alter Schlachthof Wels; 6.4.2002 – JAZZIT:MUSIK:CLUB:SALZBURG; 27.4.2002 Jazz-Pub Wiesen; 4.5.2002 Posthof Linz; 10.5.2002 Flex Wien; 13.6.2002 Judenburg; 9.6.2002 Klagenfurt; 15.6.2002 Graz; 22.6.2002 Meierhof Schlägl – Sprungbrett 2002

Dass die Zeit Mitte der 90er-Jahre für heimische Live-Bands eine schwierige war, darüber sind sich beim Trio Exklusiv alle einig. Die Dance-und DJ-Kultur, erzählt Martin Zrost, habe im Jazz dazu geführt, dass Oktette zu Sextetten wurden, bevor sie zu Quartetten schrumpften, um noch irgendwo gebucht zu werden.

Franz Reisecker, ehemals Gitarrist bei Mastalsky und zuletzt als Elektronikunternehmen Lichtenberg umtriebig: „Für Veranstalter war das gut, denn sie füllten mit einem DJ ihren Saal und mussten nicht für eine ganze Band die Kosten übernehmen.“ Selbst Mex Wolfsteiner, zu jener Zeit Drummer von Planet E, die mit ihrer Symbiose aus Live-Band und DJ die goldene Mitte treffen wollten, stimmt zu.

Beim Jazz-Elektronik-Projekt Orchester 33 1/3 kreuzten sich die Wege der drei, und zusammen mit Richard Klammer gründete man das falsche Trio Exklusiv.

Mex Wolfsteiner: „Die Grundidee war und ist, sich nicht um etablierte musikalischen Codes und Szenen zu kümmern. Denn egal ob elektronische Musik oder freie Improvisation, alles erscheint so unglaublich festgefahren. Aus dieser Sackgasse versuchen wir mit dem Trio auszubrechen. Darum klingt unsere CD auch wie eine musikalische Achterbahnfahrt.“

Ein Vergleich, der tatsächlich stimmt und trotz aller stilistischen Vielfalt das Gesamtwerk nicht ausfransen lässt. Richard Klammers Trompete weint auf mexikanisch oder beschwört das Cool-Jazz-Biest. Franz Reiseckers Gitarre gibt den Surflehrer und widmet sich der Melodieführung. Martin Zrost steuert Jazz-Charakeristika bei, und Wolfsteiner trommelt Sex aus seinem Krawumms. Wer dabei an die dahingegangenen britischen Red Snapper im 70er-Jahre-Agentenkino oder an Calexico in der Disco denkt, liegt nicht ganz falsch. Und mit Gringo, einem von Klammer interpretierten Blues-Bastard, schleift das Trio Exklusiv sogar Tom Waits auf den Tanzboden.

Wie vermeidet man bei so vielen Einflüssen den Fusion-Eintopf? Zrost grinsend: „Man muss sich beherrschen. Ich tendiere jazzbedingt zum Solo, weil der fette Sound als Unterlage dafür bestens geeignet wäre. Aber sobald ich dieser Verführung nachgebe, werde ich sofort gemaßregelt.“

Diese Selbstkontrolle funktioniert. Auf CD (Vertrieb: Hoanzl) genauso wie live, wo die „zeitgenössische Unterhaltungscombo, aber mit Niveau“ so richtig aufblüht und im Moment die besten Shows liefert, die man hierzulande für Geld zu sehen kriegt.

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10. 4. 2002)

Termine

am Do, 30.03.2023 um 20:00

Wegschauen gilt nicht! – Klaus Karlbauers multimedialer Demokratie-Chor! – Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, Klagenfurt

Erste öffentliche Präsentation des Siegerprojektes des 2. Calls der Kärntner Kulturstiftung am Donnerstag, den 30. März 2023 um 20 Uhr in der Villa For Forest.


Kunst & Demokratie – Was haben sie gemeinsam? Sie sind bedroht! Wen kümmert’s? Der Komponist/ Multimediakünstler Klaus Karlbauer sieht und hört sich um, begegnet jungen Menschen, um gemeinsam einen Kunst & Demokratie-Status zu erarbeiten. Multimedial in Bild, Sound, Text, Performance. Die Vielfalt, die Vielstimmigkeit, das Widersprüchliche, ja auch das Dissonante werden sichtbar, hörbar und erlebbar gemacht. Ein Chor der Diversität ohne die Harmonie-Seligkeit der ehrwürdigen Kärntner Chortradition.
Nach seiner jüngsten Arbeit „Die Anderen“ in der Burgkapelle des MMKK arbeitet Klaus Karlbauer wiederum mit Gegenwart, holt die Kunst vom elitären Podest und geht zu den Menschen hin:
„Dieses Projekt ist als offener Prozess gedacht, wir lassen uns selbst von den Ergebnissen überraschen“ (Klaus Karlbauer)