Christian Muthspiel & Steve Swallow – Simple Songs

Datum: Do, 28.04.2016 um 20:30
Veranstalter: Verein Innenhofkultur
Ort: raj, Badgasse 7, Klagenfurt

Christian Muthspiel – trombone, piano, e-piano, toy piano, flutes
Steve Swallow – bass guitar
Eintritt: € 17 | 13 | 7,50 - Reservierung empfohlen !

Christian Muthspiel & Steve Swallow – Simple Songs

Christian Muthspiel – trombone, piano, e-piano, toy piano, flutes
Steve Swallow – bass guitar

„On Simple Songs, Muthspiel and Swallow admirably demonstrate the beauty and perfection that the art of the duet can offer.“
DOWNBEAT MAGAZINE

„It’s a true miracle of lyricism.“
LONDON JAZZ NEWS

„Hier ist die Einfachheit das Ergebnis langen Nachdenkens, der Endpunkt eines Gangs um die Welt herum. (…) Wie von der Natur selbst erfunden.“
WELTWOCHE

„Jeder Song für sich ist eine Feier des Weniger-ist-Mehr und der klaren melodischen Linearität. Ein Fest der Hörbarmachung des Einfachen.“
RONDO

„Eindringliche Klangbilder ohne Netz und doppelten Boden…“
STEREO

„Muthspiel musiziert, als gäbe es die Musik erst noch zu entdecken.“
JAZZZEITUNG

„Einfaches in großer Schönheit. (…) spannende Musik, die zwei Meister ihrer Instrumente eingespielt haben.“
JAZZTHETIK

„Feinsinnig“
FONO FORUM

„Wie klassische Menuette schreiten die Stücke unbeirrt voran…“
JAZZTHING

„Zwei wunderbare Musiker reduzieren ihr musikalisches Mitteilungsvermögen auf das einfache, ruhige und meditative Wesen ihrer Kunst.“
CONCERTO

„Muthspiel erreicht in den SIMPLE SONGS ein hohes Maß an Innigkeit mit Steve Swallow…“
JAZZ PODIUM

„Farbiger, kammermusikalischer Jazz – unübertroffen in seiner Schlichtheit.“
JAZZ´N´MORE

„Großes Hörvergnügen!“
KULTUR NEWS

Christoph Ransmayr
Simple Songs
Ein Albumblatt zur Musik von Christian Muthspiel und Steve Swallow

Simple Songs: Ich erinnere mich an Sommernachmittage in den Flußlandschaften meiner Kindheit, an Schotter- und Sandbänke, auf denen meine Gefährten und ich mit Holunderflöten – abgeschnittenen Ästen, aus denen wir das Mark herausgeklopft und in die entstandenen Röhren mit einem Taschenmesser Grifflöcher geschnitten hatten – musizierten; erinnere mich an
von Flußbremsen durchschwirrte Stunden, in denen wir von der Strömung glattgeschliffene Steine, bis zu den Knien im glitzernden Wasser stehend, im Rhythmus regelloser Gesänge aneinanderschlugen oder sie in rasender Folge in die Wellen warfen und so den Fluß zu unserer Trommel machten; erinnere mich an Duette auf Bandgras, das wir zwischen unsere Daumenballen preßten und darauf bliesen… und erinnere mich an Vogelmusik, die wir mit unseren bloßen, zu Resonanzräumen geschlossenen Händen erzeugten, aus denen dann die Stimme eines Uhus, eines Kauzes oder eines anderen klagenden Nachtvogels durch jenen Auwald drang, in dem wir im Verlauf endlos scheinender Kinderjahre so vieles zum Klingen brachten, was sich im Schilf, im Uferdickicht, unter Bäumen oder im seichten Wasser fand. Aber welche Tonfolgen uns dabei auch immer glückten – die meisten von ihnen galten doch dem Versuch der Nachahmung von Instrumentalmusik, Klarinetten, Blechmusik, die wir im Radio, auf einem Platzkonzert unter den Kastanienbäumen unseres Dorfes tatsächlich – oder auch nur in den Traumlandschaften von Märchen und Abenteuerbüchern mit einem inneren Ohr gehört hatten.
Auch wenn der Unterschied zwischen dem, was wir auf unserem Instrumentarium erspielten und den jeweiligen Vorbildern so dramatisch war, daß wir eine Verwandtschaft zwischen den Tönen etwa der Holunderflöte und einer Orgelpfeife mit der bloßen Behauptung überbrücken mußten, dies sei die Orgel, dies eine Trompete, und so klinge der Schrei der Eule.., hatten am Ende doch selbst unüberbrückbare Unterschiede kaum Bedeutung, weil wir ja wußten, was gespielt wurde. Deshalb brauchten wir auf unseren Instrumenten die Finger auch nicht zu artistischen Griffen spreizen wie ein in Jahren und Jahrzehnten geübter Flötist oder Bassist, sondern wir sangen in wortloser Lautmalerei einfach die Melodien zu dem, was an Tönen und Geräuschen von unseren Instrumenten aufschwirrte, kreischte oder auch nur steinern klackte.
Wenn ich den von Christian Muthspiel komponierten und von ihm gemeinsam mit seinem Gefährten Steve Swallow zum Schwirren, Fliegen, Schweben gebrachten Simple Songs folge, werden meine Hörräume manchmal zu sommerlichen Flußlandschaften, in der sich die Äste des Wilden Holunders, Steine, Gräser in Hals und Korpus einer Bassgitarre oder den Stimmzug und Schallbecher einer Posaune verwandeln und zu in mitreißender Leichtigkeit gespielten Instrumenten werden, auf denen selbst schwierigste Klangfolgen niemals etwas anderes zu sein scheinen als ein virtuoses Spiel. Denn wer das Einfache als das zu begreifen, ja hörbar zu machen versucht, was es ist, ein Grundstein nämlich unserer Welt und Wirklichkeit, muß ein Virtuose sein, wenn er einen dieser Steine zum Klingen bringt.

Christian Muthspiel & Steve Swallow
Simple Songs
Christian Muthspiel – trombone, piano, e-piano, toy piano, flutes
Steve Swallow – bass guitar

1 Pas de deux tranquille 4:38
2 Monsieur Satie 5:52
3 Viennese Marketplace 1:50
4 Himmelblau 3:49
5 Let My Children Waltz 3:26
6 Lullaby for Moli 4:43
7 (F)all Blues 4:57
8 Mildred, Bim & Mohamed 7:05
9 Mein! Yours? 5:36
10 Is the Moon Still Blue? 5:03
11 Hymn to Health 5:53

Total time: 52:55

All music composed and produced by Christian Muthspiel (AKM/Austria), except “Himmelblau” composed by Werner Pirchner. “Mein! Yours?“ based on “Mein!” by Franz Schubert.
IN+OUT RECORDS, IOR CD 77120-2

SIMPLE SONGS nennt Christian Muthspiel sein neues Album, das er 2013 im Duo mit Steve Swallow aufgenommen und im September 2014 auf IN+OUT Records veröffentlicht hat. Elf Duostücke, außer Werner Pirchners “Himmelblau” allesamt von Christian Muthspiel neu für diese CD komponiert und ihm selbst als Posaunist, Pianist und einmal sogar Blockflötist, sowie Steve Swallow und dessen unverwechselbarem Sound auf der Bassgitarre quasi auf den Leib geschneidert, bilden einen Zyklus von Duetten, deren erstes mit dem Titel „Pas de deux tranquille“ den Grundton vorgibt. Auf Overdubs, Loops oder elektronische Effekte wurde in diesem Fall bewusst verzichtet, um das “pure” Spiel im Duo in den Vordergrund zu stellen und somit nicht nur kompositorisch, sondern auch klanglich “simpel” zu bleiben. Raffinement in der Einfachheit und die konsequente Ausarbeitung und Weiterentwicklung einer jeweils kleinen musikalischen Zelle pro Song waren von Beginn an Zielsetzung für die Komposition des gesamten Albums, in dem auch die Abfolge der Tonarten, Modi und Tempi von Stück zu Stück eine wichtige Rolle spielt.
Ein Albumblatt von Christoph Ransmayr – den SIMPLE SONGS gewidmet – sowie der von Christian Muthspiel für das Cover und Booklet in spezieller Hinterglastechnik mit Asche und weißem Lack gemalte Bilderzyklus “Pas de deux” ergänzen auf textlicher und bildnerischer Ebene eine Aufnahme, die Muthspiel im letzten Jahr nach einer von einem massiven Hörsturz ausgelösten Zwangspause von mehreren Monaten langsam – Schritt für Schritt und Song für Song – wieder zum Komponieren und Musizieren zurückfinden ließ.

Termine

übermorgen um 17:00

VILLAR21 | Eröffnung = 1. Tag | Villa For Forest

Villa For Forest (Am Ring), Viktringer Ring 21, Klagenfurt Das neue Ausstellungsformat villar2I fördert junge Künstler:innen in der Villa am Ring 2I in Klagenfurt am Wörthersee.
Kuratiert und realisiert wird es vom KunstkollektivRW in Kooperation mit dem Verein Innenhofkultur.
Öffnungszeiten:
Jeweils am Freitag von 16 bis 18 Uhr
Und an Samstagen von 11 bis 13 Uhr, sowie von 15 bis 18 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung (0660 2303282, 0650 5896325)
Das Ausstellungsende wird erst bekanntgegeben.
Supported by FOR FOREST - the voice for trees
am Fr, 18.06.2021 um 19:00

Nabil (Alfred Goubran) & Primus Sitter: M’zungu Blues – Villa For Forest

Villa For Forest, Viktringer Ring 21, Klagenfurt "… zwei genreüberschreitende Alleskönner, die zwischen dem Blues von Blind Willie Johnson und Howlin’ Wolf, den Songs von Bob Dylan, eigenständiger Lyrik und zeitgenössischen Klängen von Jack Walrath, Ingrid Jensen, dem Upper Austrian Jazz Orchester und George Garzone keine natürlichen Grenzen erkennen und sich daher respektvoll von all diesen Quellen (und weiteren) unbekümmert inspirieren lassen.
(Axel Melhardt, Jazzland, Wien)“
Eintritt: € 15 | StudentInnen und alle unter 18 Jahren € 8
Supported by FOR FOREST - the voice for trees