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Kontra WM-Eröffnung mit Österreich-Klischees: Fremdschämen

Kontra WM-Eröffnung mit Österreich-Klischees: Fremdschämen

Es
gibt Momente im Leben, da schämt man sich für seine
Staatsangehörigkeit. Ein solcher war die Eröffnungsfeier der Ski-WM.
Außer Mozartkugeln und dem Hinweis auf die immerwährende Neutralität
wurde kein Klischee ausgelassen. Von Lipizzanern bis zur Volkstanzgruppe
wurden alle Österreich-Bilder bedient. Besonders originell waren die
Hymnen „Es lebe der Sport“ und „Schifoan“. Dass bei Andreas Gabalier das
Playback um einen Tick zu früh einsetzte, fügte sich ins musikalische
Gesamtbild.

Hermann Maier als Stargast ist einleuchtend. Warum aber neben dem
„Herminator“ noch der „Terminator“ auftritt, nicht. Vor nicht allzu
langer Zeit war Schwarzenegger auch in seiner Heimat Persona non grata:
weil er als kalifornischer Gouverneur die Begnadigung eines schwer
gehirngeschädigten Mannes, der zum Tode verurteilt worden war, abgelehnt
hat. Diesmal schmolzen die Herzen dahin, als der offenbar mit einem
Totenkopfring im Schladminger Jopperl auftretende „Arnie“ schwärmte:
„Hier habe ich mit meiner geliebten Mutti viel Zeit verbracht.“

Offenbar hat sich auch niemand etwas dabei gedacht, wenn die
Themenabende in der Arena in Schladming Titel wie „Zeig der Zilli deinen
Willi“, „Super Schnitten lassen bitten“ oder „Huschi Wuschi mit der
Uschi“ tragen. Österreich eine Kulturnation? Es ist kein Wunder, dass
wir als Volk der jodelnden Alpindodeln im Ausland wahrgenommen werden,
wenn wir uns so präsentieren.

(Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD,
6.2.2013)

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