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Josef Winkler : Willi Haslitzer

Und dazu Haslitzer am 21. April in der Kleinen Zeitung – Kultur – Seite 66:

KULTURFORUM

Keine Träne über starken Tobak

ORF-Landesdirektor antwortet Büchner-Preisträger.

Lieber Josef Winkler, aus einem schönen Land
heimgekehrt, von der Ehefrau zum Einölen der Gartenmöbel abkommandiert,
entdeckte ich zwischen den Ölflecken auf der Unterlage, der Kleinen
Zeitung vom Sonntag, die Geschichte „Von Seifenblasen und
Selbstdarstellung“, in der Du versuchst, das ORF-Landesstudio Kärnten im
Allgemeinen und meine Person im Besonderen als feige darzustellen. Ist
das nun eine Ehre oder eine Schande, wenn einem ein Büchner-Preisträger
ans Bein pinkelt?

Wir schreiben 2011, und Deine Feststellungen rund
um Deine spektakuläre Bachmannpreis-Rede 2009 enthalten wohl aufgrund
der zeitlichen Distanz eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit in einer
Art, die ich nicht akzeptieren mag. Das Treffen mit Erika Napetschnig
und mir bezog sich zunächst auf den Ankauf deines Vorlass durch das Land
Kärnten. Zweites Thema war das Fehlen einer komfortablen Bibliothek in
der Landeshauptstadt, und schließlich habe ich Dir eine Radiosendung im
Format „Special Night“ angeboten.

Deine Einladung zur Eröffnungsrede 2009 erfolgte
durch Michaela Monschein. Die Organisatorin der Tage der
deutschsprachigen Literatur ist mein Arbiter elegantiarum, dem ich voll
vertraue. Sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Rede starken
Tobak enthalte.

Ich habe das mit Achselzucken quittiert und muss
zu meinem Bedauern gestehen, dass ich den Text nur überflogen und kaum
wahrgenommen habe, weil damals andere Dinge in meinem Kopf
herumgegeistert sind. Welche Angst hätte mir also im Schminkraum vor der
Veranstaltung „Tränen in die Augen“ treiben können?

Übrigens: Wären wir Freunde, hätte ich Deine Rede
unterbunden und Dich damit noch berühmter gemacht! So blieb mir nur,
Dich im Strandbad zum „Ehren-PR-Referenten der Tage der
deutschsprachigen Literatur“ zu ernennen.

Mein vortrefflicher Kater Enzo hat soeben meinem
Nachbarn zu dessen Missvergnügen einen toten Vogel vor die Tür gelegt.
Natura morta! Ich bestreiche meine Gartenmöbel weiter mit Öl.

Willy Haslitzer,

ORF-Landesstudio Kärnten

(Kleine Zeitung, Kultur, 17.4.2011)
Von Seifenblasen und Selbstdarstellung

Zwei Litaneien zum politischen
Teufelskreis in Kärnten: Der Wieser-Verlag nennt den schmalen Band mit
Breitseiten von Josef Winkler „das

passende Stück zur Auferstehung“.

Seit der Klagenfurter Rede 2009 steht neben
dem Literaten Josef Winkler der politische Kopf Josef Winkler. Was ihm
sauer aufstieß an den Kärntner Zuständen, schrieb er auch in der Kleinen
Zeitung. Auf die Frage, ob ihn sein neuer Status als „Gewissen“ als
Autor unter Druck setze, antwortete Josef Winkler:

„Jetzt sage ich erstmals, wie es überhaupt zur
Eröffnungsrede beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2009 gekommen ist.
Wenige Monate, nachdem ich den Büchner-Preis erhalten habe, ist ein
Anruf vom ORF-Studio-Kärnten gekommen und man hat mich gefragt, ob ich
bereit wäre zu einem Mittagessen mit ORF-Direktor Haslitzer und Erika
Napetschnig von der Kulturabteilung des Landes Kärnten zu kommen. Ich
habe zugesagt, meine Frau habe ich zum Gespräch mitgenommen. Man hat
mich gefragt, was man, da ich jetzt ein bekannter Schriftsteller bin,
für mich noch tun könne. Ich habe gesagt: „Gar nichts, es läuft alles,
die Aufmerksamkeit ist groß.“ Dann habe ich noch gesagt: „Wenn man mich
fragen würde, ob ich die Eröffnungsrede zum heurigen
Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb halten möchte, würde ich nicht Nein sagen“.
Das war meine wörtliche Formulierung.

Da meine Eröffnungsrede in mehrere Sprachen
übersetzt wurde, musste ich meinen Text ungefähr zehn Tage vorher
abliefern. Kurz vor der Rede, im Schminkraum des ORF, traf ich auch den
Intendanten Haslitzer. Er hatte Tränen in den Augen. Im
ORF-Studio-Kärnten war man entsetzt über meine Rede, im ORF-Wien und bei
3 Sat hat man sich gefreut. Die Moderatorin des Bachmann-Bewerbes,
Clarissa Stadler, sagte, als sie mich im Schminkraum sah: „Ich
gratuliere Ihnen jetzt schon . . .!“ Ein paar Wochen später, im
Strandbad, sagte Herr Haslitzer zu mir: „Das war eine Selbstdarstellung
und Werbung in eigener Sache!“ Ich habe höflich und diplomatisch
geschwiegen. Aber ich schweige nicht immer!

Natürlich setzt mich das auch unter Druck. Immer
wieder werde ich von bekannten und mir völlig unbekannten Leuten dazu
ermuntert, weiterhin Stellung zu nehmen zur aktuellen Kärntner Politik.
Was ja ab und zu geschieht. Ich sage aber, dass ich auch noch ein
anderes Schreibleben habe und diese Art von Stellungnahmen sehr
anstrengend ist. Auf der Straße höre ich, in den Zeitungen lese ich,
dass ich unter den Künstlern der einzige bin, der etwas sagt. Das sehe
ich inzwischen sogar selber so, und das macht mich traurig. Ich kenne
genug Intellektuelle, die auch formulieren können, die aber nur an der
Theke bei Bier und Wein ein großes Maul haben, und sich offenbar nicht
getrauen. Vielleicht ist ihnen aber auch alles egal: Dann frage ich
mich, warum sie sich überhaupt darüber beklagen. Ich nenne sie die
„Seifenblasen-Intellektuellen“, sie schillern besonders an der Theke mit
glänzenden Augen.

Als Jörg Haider tödlich verunglückte, hat man
auch mich gefragt, was ich dazu sage. Ich habe öffentlich gesagt, dass
es mir leidtut, weil er auf diese Art und Weise gestorben ist. Daraufhin
wurde ich von einigen Seifenblasen-Intellektuellen, die sich selber für
die größten Antifaschisten des Landes halten, als „Haiderjunge“
bezeichnet. Dann habe ich denen ins Gesicht gesagt, dass wir in unserer
westlichen Demokratie keine sich überschlagenden Autos und abstürzende
Flugzeuge mit Politikern brauchen. Demagogen sollen mit allen im
Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden, mit
menschlichen, juristischen, parlamentarischen. Das stärkt eine
Demokratie, und sonst gar nichts. Habe ich also gesagt. Danach hatte ich
Ruhe.“

Bei derartig vielen Reaktionen und Ermunterungen – wieso geht Josef Winkler nicht in die Politik?

„Ich glaube, dass ich kein politisches Talent
habe, ich bin ungeduldig und nicht immer zu Kompromissen bereit. Ich
würde die Intrigen und Hinterhältigkeiten nicht aushalten. Außerdem
möchte ich nie in meinem Leben ein Bierfass anstechen,“ sagt er.

Wie er mit Bedrohungen umgeht und ob heiliger Zorn etwas bewegt – darauf antwortet der Autor in den nächsten Tagen.

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