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HAIDERMUSEUM usw.


Haider

Haider museum in Nazi bunker.

croatiantimes.com

A museum dedicated to Hitler-loving Austrian politician Joerg Haider is
to open – in a former Nazi concentration camp commandant““““s bunker.

Haider
– who died in a high speed car crash after a visit to a gay bar – was
the leader of the country““““s far right Alliance for the Freedom of
Austria Party.

Now officials in his home town Carinthia have
sparked outrage by announcing a memorial museum dedicated to his memory
inside the personal World War II air-raid shelter of former death camp
commandant Friedrich Rainer.

The SS officer used the bunker as his command centre until the fall of the region to Allied forces after D-Day.

Haider
outraged critics with his Nazi sympathies – expressing „admiration“ for
Adolf Hitler““““s „employment policies“ and calling the SS „decent people.“

Haider died aged 58 when he crashed his Volkswagen Phaeton at high speed after a boozy party in a gay bar on 11 October 2008.

Investigators found he was over the legal drink drive limit at the time.

Now his mangled car looks likely to become the grim star exhibit in the museum after civic officials snapped it up at auction.

The
new museum is expected to open on the 10 October with hundreds of
locals offering to hand over their treasured mementos of the former
regional governor for consideration as exhibits, such as his running
shoes, private pictures and his office desk.

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Haider-Gedächtnisschau im Nazistollen

(Elisabeth Steiner/DER STANDARD-Printausgabe,
16. Juli 2009)

Dem tödlich verunglückten Jörg Haider wird im Klagenfurter Bergbaumuseum eine Gedenkausstellung gewidmet – Foto

Klagenfurt
– Jörg Haider als Schmerzensmann mit Dornenkrone, eine Gebetsliga, die
eine Seligsprechung beim Heiligen Stuhl erwirken will, ungebrochene
Nachfrage nach Jörg-Fanartikeln im Internet – der posthume Kult um den
tödlich verunfallten Kärntner Landeshauptmann reißt nicht ab. In
Klagenfurt wird gerade emsig an einer Haider-Ausstellung gebastelt, die
im Bergbaumuseum am Kreuzbergl gezeigt werden und das Leben des
früheren FPÖ-Politikers und BZÖ-Gründers aufzeigen soll.

DasMuseum ist in einem ehemaligen NS-Schutzstollen untergebracht,
der dem NS-Gauleiter Friedrich Rainer in den letzten Kriegstagen als
Befehlsbunker diente. Von dort aus verkündete Rainer via Radio unter
anderem auch seinen Rückzug, um sich wenig später bei seiner
Machtübergabe mit den Worten „Passt mir auf mein Kärnten auf“ zu
verabschieden. Jörg Haider verwendete bekanntlich dieselben Worte,
nachdem er 1991 wegen seines Ausspruchs über die ordentliche
Beschäftigungspolitik im Dritten Reich abgewählt worden war.

Die Idee zur Haider-Schau im Bergbaumuseum stammt laut eigener
Aussage von Museumsleiter Gerhard Finding und BZÖ-Kulturstadtrat Albert
Gunzer. Finding will gemeinsam mit Witwe Claudiaund anhand persönlicher
Erinnerungsstücke den Lebensweg des politischen Menschen Jörg Haider
darstellen. „Es soll nicht der Politiker im Zentrum stehen, sondern der
Mensch“ , sagt Finding. So etwa wird das Schaukelpferd des kleinen Jörg
zu sehen sein. Aber auch das Amtszimmer des Landeshauptmannes soll
originalgetreu nachgebaut und seine Lieblingslaufschuhe gezeigt werden.

Auch das Bärental kommt vor

Ob auch das Wrack, in dem Haider verunglückte, ausgestellt wird, ist
offen. Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) hat es um rund 40.000 Euro
angekauft. Auch die Geschichte von Haiders Waldbesitz, dem arisierten
Bärental, wird nicht ausgespart, ebenso die NS-Verstrickungen seiner
Eltern.

Die Ausstellung soll vorerst vom 10. Oktober 2009 (in der Nacht zum
11. Oktober starb Haider) bis 26. Jänner 2010 laufen. Bei großem
Publikumsinteresse könnte sie zu einer Dauereinrichtung werden.
Jedenfalls rechnet man bereits mit einem Rekordbesuch von bis zu 80.000
Menschen. Für die Haider-Schau muss das Bergbaumuseum umgebaut und ein
Verbindungsstollen zwischen den Ausstellungsräumen und der Felsenhalle
gesprengt werden. Die Kosten der Ausstellung belaufen sich auf rund
85.000 Euro, die zur Gänze aus dem Kulturbudget der Stadt Klagenfurt
getragen werden. Das Geld soll durch den Ticketverkauf an möglichst
viele Besucher wieder hereinkommen.

Mit der historischen Belastung des Ortes – unweit des NS-Bunkers auf
dem Kreuzbergl befand sich auch eine NS-Hinrichtungsstätte – hat man
kein Problem: „Seit Jahrzehnten gibt es Ausstellungen dort“ , meint
Gunzer, „jetzt bei Haider eine NS-Diskussion anzufangen wäre
Heuchelei.“ Auch BZÖ-Bürgermeister Christian Scheider und seine
SPÖ-Koalitionspartnerin Maria-Luise Mathiaschitz sehen das so, ebenso
Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ): „Es geht darum, den Leuten einen
Ort zu geben, wo sie ihre Trauer und ihr Gedenken hintragen können.“

Mit Geschäftemacherei, etwa der Ankurbelung des Fanartikel-Absatzes
oder politischer Ausschlachtung durch seine Erben, habe das nichts zu
tun. Der einzige Aufschrei gegen die „Haider-Reliquienverehrung“ im
Bergbaumuseum kommt vom grünen Landessprecher Rolf Holub: „Das ist
geschmacklos und dumm.“


Dörfler: „Habe genau gewusst, was ich mache“

12.08.2009 | 18:28 | OLIVER PINK (Die Presse)

Gerhard
Dörfler hält die Begründung seiner Verfahrenseinstellung für einen
„gewaltigen Scherz“. Dass das BZÖ eine wirtschaftsliberale Partei
werden soll, sieht er gelassen.

Die Presse:
Herr Landeshauptmann, das Verfahren gegen Sie wegen der
Ortstafelverrückung wurde laut „Falter“ mit folgender Begründung
eingestellt: „Gerhard Dörfler verfügt über keine juristische
Ausbildung, er war vormals in einer Bank tätig. Aus seinem politischen
Verhalten ist abzuleiten, dass er seinem Mentor Dr. Haider treu ergeben
ist und dessen Ideen bedingungslos umsetzt. Fraglich bleibt, ob Dörfler
die strafrechtliche Tragweite seiner Handlungen einzuschätzen
vermochte.“ Klingt auch nicht gerade schmeichelhaft, oder?

Gerhard Dörfler: Das klingt nach einem gewaltigen
Scherz. Erstens habe ich mich immer auf rechtlichen Grundlagen bewegt.
Zweitens habe ich genau gewusst, was ich mache. Und drittens frage ich
auch nicht, ob der Herr Bundeskanzler Faymann studiert hat. Das ist
keine Begründung, das ist eher ein Sommerlochscherz. Das wäre in der
österreichischen Justiz ja ein besonderer Fall: Wenn jemand sich nicht
auskennt, wird er grundsätzlich freigesprochen.

 

Genau das ist Ihnen doch zugutegekommen.

Dörfler: Ich habe eine stundenlange Einvernahme
hinter mir. Da hat der zuständige Staatsanwalt noch gemeint, er hat vom
Landeshauptmann Haider und vom Verkehrsreferenten Dörfler jetzt eine
Schulung in der Materie bekommen. Der Grund für die Einstellung des
Verfahrens war nicht Unwissenheit, ich habe mich immer im Rahmen der
Gesetze bewegt. Es war so: Die Verfassungsrichter haben damals auch für
Bleiburg zweisprachige Ortstafeln herbeiführen wollen. Dann habe ich
das geprüft. Und ich habe mich erinnert, dass am Ortsbeginn auf der
Tafel Bleiburg steht, auf der Rückseite aber Bleiburg-Ebersdorf. Dann
ist man draufgekommen, dass das falsch verordnet war. Es gibt eine
Stadtgemeinde Bleiburg und eine Ortschaft Ebersdorf. Und dieses
sogenannte Verrücken war dann das Herstellen eines Rechtszustandes –
aus zwei falsch verordneten Ortstafeln haben wir richtige gemacht. Der
Verfassungsgerichtshof hat sein Erkenntnis auf einer falschen
Verordnung aufgebaut. Also: Nicht der Dörfler ist dumm, die
Verfassungsrichter haben sich mit einer falschen Verordnung beschäftigt.

 

Sie haben zuletzt in einer Art informellem Streitgespräch mit
FPÖ-Chef Strache auf ATV eine Wahlempfehlung für Michael Häupl
abgegeben. Stehen Sie noch dazu?

Dörfler: Es ist ausreichend bekannt, wie ich zu Heinz-Christian Strache stehe. Ich kann mit derart radikaler Politik nichts anfangen.

 

BZÖ-Bundesparteiobmann Josef Bucher plant einen programmatischen
Schwenk: Er will das BZÖ als wirtschaftsliberale Partei positionieren.
Sie kommen vom sozialen Flügel Ihrer Partei. Tragen Sie Buchers
Neuausrichtung mit?

Dörfler: Ich betrachte das BZÖ in Kärnten als eine
Art neue Volkspartei. Meine Politik hat vier Grundelemente: sozial,
aber nicht sozialistisch; umweltbewusst, aber nicht
schrullig-linksgrün; konservativ, wenn es um Werte geht; und dazu eine
Wirtschaft, die zuerst für die Menschen da zu sein hat und nicht für
das Kapital und die Gier. Diese vier Grundelemente schließen Seppi
Bucher mit ein.

 

In Klagenfurt entsteht ein von der Stadt finanziertes Haider-Museum. Wieso zahlt das nicht das BZÖ?

Dörfler: Das ist eine Veranstaltung der Stadt
Klagenfurt. Da ist nun eine Vorfinanzierung notwendig. Dank der teils
ungustiösen Berichterstattung brauchen wir nicht einmal mehr Werbung zu
machen. Letztendlich wird das wirtschaftlich ein gutes Ergebnis
bringen. Und noch etwas: In diesem Stollen schlug nach dem Krieg die
Geburtsstunde des ORF Kärnten. Und jetzt versucht man, daraus wieder
eine braune Suppe zu machen.

 

Braucht Kärnten wirklich ein Haider-Museum?

Dörfler: Wenn man täglich wie ich mit Anfragen
konfrontiert ist, im Büro, bei Veranstaltungen, dann weiß man, warum.
Bei einer Gästeehrung hat mich gestern eine Familie gefragt: Herr
Landeshauptmann, wo können wir das Grab Jörg Haiders besuchen? Gäste
aus Deutschland, Belgien, Holland, Italien fragen das. Es gibt eben ein
großes Interesse. Viele Gäste machen hier einen Trauerbesuch. Wenn ich
in Graz bin, zünde ich auch eine Kerze am Grab Jochen Rindts an, der
für mich ein großartiger Rennfahrer war.

© DiePresse.com


Haider-Kult: „Das ist doch alles Kabarett!“

11.08.2009 | 18:47 | BARBARA PETSCH (Die Presse)

Der
Verleger Lojze Wieser verurteilt die „Heiligsprechung“ des toten
Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider und ortet ein Klima von
„Vernaderung und Verhaberung“.

Die Presse:
Eine Ausstellung über Jörg Haider, ein Museum für Jörg Haider,
Seligsprechung Jörg Haiders: Auf Außenstehende wirkt dieser Kult
seltsam. Was hat das zu bedeuten?

Lojze Wieser: Alles zusammen erinnert diese ganze
Geschichte mehr an Kabarett als an wirkliches Leben. Soweit ich mich
mit Religion auskenne, sind Selig- und Heiligsprechungen für
Persönlichkeiten gedacht, die für die Menschheit etwas geleistet haben.
Davon ist dieser Fall weit entfernt.

Es gibt auch Bestrebungen, Haiders Unfall neu zu untersuchen. Glauben Sie, dass sich da noch Überraschendes ergeben könnte?

Wieser: Josef Winkler hat gesagt, Haider hat sich
mit seiner Asche davongemacht. Genau so ist es. Ein anderer Besoffener,
der so schnell Auto fährt, wird im Nachhinein zu lebenslanger Haft
verurteilt dafür, dass er andere gefährdet hat. Keiner weint ihm nach.
Hier wird ein Popanz konstruiert, hier werden Theorien aufgestellt. Das
sind alles nur Versuche, im Gespräch zu bleiben.

Die Ausländerfeindlichkeit wächst. Was ist Ihrer Meinung nach schuld daran? Liegt das wirklich nur an Haider, Strache und Co.?

Wieser:Wir ernten jetzt, was in 20 oder 30 Jahren
versäumt wurde. Schon das Wort Gastarbeiter heißt ja: Diese
Arbeitskräfte sind nur für kurze Zeit da, weil die Wirtschaft sie
braucht und sie billiger sind als Inländer, weil sie keinen Anhang
haben und so weiter. Die Gewerkschaft hat die Privilegien der
heimischen Arbeiter verteidigt, die viel beschworene Solidarität aller
Werktätigen existiert nicht. Jetzt gibt es viele
Modernisierungsverlierer, Arbeitslose, die in soziale Situationen
gestoßen werden, mit denen sie allein fertig werden müssen. Man
überlässt sie den Leuten, die ihnen Geschichten erzählen: Schuld daran,
dass es ihnen nicht gut geht, sind die Ausländer et cetera. Wir haben
ja jetzt – tatsächlich oder dahergeredet – eine Finanzkrise. In dieser
erhalten Banken Milliarden aus Steuergeld. Die Voest-Arbeiter, die nach
der Kurzarbeit nicht mehr aufgenommen werden, bleiben über. Solchen
Leuten dann zu sagen, ,Deinen Job bekommt ein Ausländer‘, das schürt
Hass auf den Kollegen aus dem fremd

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