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Günter Grass

Europas
Schande

Ein Gedicht von Günter Grass


Dem Chaos nah,
weil dem Markt nicht gerecht,
bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh.


Was mit der
Seele gesucht, gefunden Dir galt,
wird abgetan nun, unter Schrottwert taxiert.


Als Schuldner
nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land,
dem Dank zu schulden Dir Redensart war.


Zur Armut
verurteiltes Land, dessen Reichtum
gepflegt Museen schmückt: von Dir gehütete Beute.


Die mit der
Waffen Gewalt das inselgesegnete Land
heimgesucht, trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister.


Kaum noch
geduldetes Land, dessen Obristen von Dir
einst als Bündnispartner geduldet wurden.


Rechtloses
Land, dem der Rechthaber Macht
den Gürtel enger und enger schnallt.


Dir trotzend
trägt Antigone Schwarz und landesweit
kleidet Trauer das Volk, dessen Gast Du gewesen.


Außer Landes
jedoch hat dem Krösus verwandtes Gefolge
alles, was gülden glänzt gehortet in Deinen Tresoren.


Sauf endlich,
sauf! schreien der Kommissare Claqueure,
doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück.


Verfluchen im
Chor, was eigen Dir ist, werden die Götter,
deren Olymp zu enteignen Dein Wille verlangt.


Geistlos
verkümmern wirst Du ohne das Land,
dessen Geist Dich, Europa, erdachte.


Grass“ Gedicht im Wortlaut

Was gesagt werden muss

04.04..2012, 12:03

Das Gedicht vonGünter Grass

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und
in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls
Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem
Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk
auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet
wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in
dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential
verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein
Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der
Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt
„Antisemitismus“ ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die
ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum
und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung
deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen
Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu
können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als
Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die
von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als
ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben
will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die
Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt
werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir – als Deutsche
belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar
ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des
Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen
befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt
auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und
permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen
Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder
zugelassen wird.

Nur
so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die
in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und
letztlich auch uns zu helfen.

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