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Der 10. (2010) Oktober in Kärnten

Vorurteile und Mythen rund um 10. Oktober
Am
10. Oktober wird in Kärnten das 90. Jubiläum der Volksabstimmung von
1920 gefeiert. Der Historiker Wilhelm Wadl will in einer Artikelserie
mit Vorurteilen und Mythen rund um Abwehrkampf und Volksabstimmung
aufräumen.

Viele Slowenen stimmten für Kärnten.
59 Prozent wollten bei Österreich bleiben
1920
entschieden sich rund 59 Prozent der Bevölkerung Südkärntens für den
Verbleib bei Österreich, und das obwohl rund 70 Prozent der Bevölkerung
in der sogenannten Abstimmungszone I Slowenen waren. Unzählige Feiern
begleiten das Jubiläum – was vor 90 Jahren aber wirklich geschah, wissen
wenige Kärntner – in den anderen Bundesländern wird das Brimborium rund
um den Kärntner Landesfeiertag sowieso mit Argwohn betrachtet.

Vorurteil: Wien hat Kärnten im Stich gelassen

Der
Historiker Wilhelm Wadl, Direktor des Kärntner Landesarchivs, versucht
mit der unter anderem im Internet veröffentlichten Artikelserie
„Kärntens Tag der Selbstbestimmung“ aus der Sicht des Wissenschafters
etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Er räumt in diesem Zusammenhang mit
einigen Vorurteilen und Mythen auf, die sich rund um den 10. Oktober
gebildet haben.Ein von Kärntner Politikern auch dieser Tage
gerne verwendetes Klischee ist etwa, dass Wien – gemeint ist die
Bundesregierung um den damaligen Kanzler Karl Renner – Kärnten in der
Zeit des Abwehrkampfes und der Volksabstimmung „im Stich gelassen“ habe.

Bewaffneter Widerstand gegen HSH war Kärntner Alleinentscheidung.
Neue Forschung widerlegt Vieles
Diese
Vorwürfe würden durch die neue Forschung stark abgeschwächt, schreibt
Wadl. Lediglich der im Dezember 1918 gefasste Beschluss zum bewaffneten
Widerstand gegen die in Kärnten einmarschierten Truppen des SHS-Staates
sei eine selbstständige Kärntner Entscheidung gegen den Willen von Wien
gewesen.

Bundesheer war in Abwehrkampf verwickelt.
In Abstimmung mit Wien
„Tatsächlich
waren jedoch die meisten Aktionen der Kärntner mit der Regierung in
Wien abgestimmt. Diese unterstützte den Abwehrkampf mit Munitions- und
Nachschublieferungen. An den Kampfhandlungen war ganz wesentlich die
Volkswehr, also das Bundesheer der Ersten Republik beteiligt“, schreibt
Wadl. Auch in den letzten Wochen vor der Volksabstimmung habe Wien
Kärnten mit bedeutenden Geldmitteln und Sachspenden unterstützt.

Renner sei laut Wadl verleumdet worden.
Wadl: Renner wollte Kärnten nicht teilen
Der
Vorwurf, Renner habe auf die Volksabstimmung verzichten und einer
Teilung Kärntens entlang der Drau zustimmen wollen, sei durch die
Forschung „als böswillige Verleumdung“ entlarvt worden. „Renner bemühte
sich im Gegenteil mit großem Engagement um Kärnten“, sagt Wadl.Ein
weiteres Klischee, das Wadl angreift, ist, dass heute alle
Abwehrkämpfer pauschal in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt
werden. „Mit Blick auf das spätere NS-Engagement einiger weniger
Abwehrkämpfer wurden diese manchmal pauschal dem deutschnationalen Lager
zugeordnet“, schreibt der Historiker. Dies sei jedoch „gänzlich
unzutreffend“.

Abwehrkämpfer wurden auch verfolgt
Selbst
der amerikanischen Miles-Mission, die im Vorfeld der Volksabstimmung
die Lage in Kärnten erkundet hatte, sei aufgefallen, dass unter den
Kämpfern auf österreichischer Seite auch zahlreiche Slowenen waren, die
keine Jugoslawen werden wollten. Unter den Abwehrkämpfern finden sich
auch Menschen, die später im KZ umkamen oder in Spanien gegen den
Faschismus kämpften.

(KTZ, 3.10.2010)
Gegensätze –
Bertram Karl Steiner
Schopenhauers Vermächtnis gilt auch
für Kärnten

Vor 150 Jahren verstarb der vielfach
ungeliebte deutsche Philosoph. Seine Überlegungen zum Thema Nationalismus sind
von bleibendem Wert.

Am 21. September 1860 verschied Arthur Schopenhauer in seinem Frankfurter
Domizil, bewacht von seiner vergoldeten Buddha-Statue, betrauert von seinem
Pudel »Atman«, und in der Hoffnung, in den wunschlosen Frieden des Nirvana
einzugehen. Wirklich geliebt wird er bis heute nicht. Den Marxisten ist seine
nicht unrealistische Einsicht in eine im metaphysischen Sinne heillose und
daher letztlich halt unrevolutionierbare Welt ein Greuel, die meisten
Konservativen haben ihn sowieso nie gelesen, den Wirtschaftsliberalen ist er
wurscht. Die erklärten Feinde des Philosophen und virtuosen Meisters der
deutschen Sprache freilich sind die »Nationalen« sämtlicher Nationen.

Warum verabscheut ein Virtuose der deutschen Sprache jedwede
Art von Nationalismus? Dazu empfiehlt es sich, seine, auf die »Nationalen« gemünzte
Passage aus den »Aphorismen zur Lebensweisheit« zur Gänze zu zitieren: »Die
wohlfeilste
Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn
er verrät
in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen
Eigenschaften,
auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht
zu dem greifen würde,
was er mit so vielen Millionen teilt. Wer
bedeutende persönliche
Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler
seiner eigenen
Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am
deutlichsten
erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts
in
der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte
Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.
Hieran erholt er sich und
ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und
Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füssen zu verteidigen«.

Das ist gutes Deutsch, bestes Deutsch, kaum einer hat ein
solches Deutsch zu schreiben vermocht. Ja doch, Goethe, mit welchem der junge
Schopenhauer kollegialen Umgang hatte. Goethe also: »Der also,
welcher den Deutschen
wohlwill, mag für seinen Teil zusehen, wie
er immer mehr
aus dem, was deutsch ist, hinauswachse. Die Wendung
zum Undeutschen ist deshalb immer das Kennzeichen der Tüchtigsten
unseres Volkes
gewesen.« Goethe an anderer Stelle: »Überhaupt ist
es mit
dem Nationalhaß ein eigenesDing. … Auf der untersten
Stufe der Kultur werden Sie ihn immer am stärksten und am
heftigsten finden. Es gibt aber eine Stufe, wo er ganz verschwindet und wo man
gewissermaßen über den Nationen steht, und man ein Glück oder ein Wehe seines Nachbarvolkes
empfindet, als wäre es seinem eigenen begegnet«.

Ist das nicht merkwürdig, dass es gerade die vornehmsten Geister
eines Volkes und die Virtuosen seiner Sprache sind, denen es vorm
Nationalismus ekelt? Was die Deutschen betrifft, so wären hier noch Johann
Gottfried Herder, Friedrich von Schiller oder Friedrich Nietzsche zu zitieren.
Der geniale Österreicher (und Patriot, was das Gegenteil von
»Nationalist« ist) bringt es 1849 lapidar auf den Punkt: »Der Weg der neuernBildung geht / Von humanität / Durch Nationalität / Zur Bestialität.«
Und was etwa Frankreich betrifft, so ist es der Inbegriff der französischen
Sprache, Voltaire nämlich, der mit den Franzosen, »les Welches « mit
seinem unbarmherzigsten Spott ins Gericht geht.

Anderseits gibt es kein einziges Beispiel dafür, dass ein überragender
Geist irgendeiner Nation jemals »national« gedacht oder randaliert hätte. Das
muss freilich jeder mit sich selbst ausmachen, er hat die Wahl: Je »deutscher«
sich die »Nationalen« gebärdeten oder gebärden, desto weiter entfernen sie sich
von der deutschen Kultur. Was im kleineren Maßstab auch für Kärnten in den sich
nahenden Oktobertagen gilt: Je »kärntnerischer« sich einer aufmascherlt, je
aggresiv »kärntnerischer« einer tobt, desto weiter distanziert er sich von der
vielstimmigen, zweisprachigen Kultur dieses Landes. Oder, gibt es vielleicht auch
nur einen einzigen großen Kärntner Dichter (die Kläffer zählen nicht), der sich
dem Besäufnis mittels »nationaler« Phrasen hingegeben hätte? Dafür haben wir
die Lavant, Bachmann, den Turrini, den Jonke, den Lipusˇ, den Janusˇ… Also
Meister der Sprach(en). Schopenhauer: Eine wohlgemeinte Leseempfehlung für die sich
nähernden Oktobertage.

Arthur Schopenhauer (1788–1860) mit (gezeichnet von Wilhelm Busch) und ohne Pudel war ein
grimmiger Verächter des Nationalismus.


Abstimmungsbeflaggung ©Neumüller


Abwehrkämpfer 1 ©Neumüller


Abwehrkämpfer 2 ©Neumüller


Abstimmungsklo ©Neumüller


Abstimmungspapier ©Neumüller


Abstimmungsschneefraehse ©Neumüller

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