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9/11/2001: 3000 Tote | 9/11/2011: 250.000 Tote

„250.000 Tote: Die Bilanz der „9/11-Kriege““

Terror und Kampf gegen den Terror

Es war nicht der erste große Anschlag von Al-Kaida, aber
mit Sicherheit der spektakulärste und blutigste: Die Anschläge vom
11. September 2001 führten zu einem weltweiten Konflikt zwischen
Sicherheitsbehörden und militanten Extremisten, der die folgenden
Jahre prägen sollte. Die „9/11-Kriege“ nennt der britische
Journalist Jason Burke diese Auseinandersetzungen.



Bereits einen Monat nach den Terroranschlägen in den USA begann
mit breiter internationaler Unterstützung der Militärangriff auf
Afghanistan, das als Basis für das Terrornetz Al-Kaida ausgemacht
worden war. Im März 2003 marschierten die USA dann ohne UNO-Mandat
wegen der angeblichen Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen in den
Irak ein.


Viele Opfer, kaum Gewinner?


Neben diesen beiden Kriegsschauplätzen setzte die Al-Kaida ihre
Anschläge fort: in Europa, in Asien, in Nordafrika und im Nahen
Osten – und freilich in den Kriegsregionen Irak, Afghanistan und
Pakistan. Der Terror und der Kampf gegen den Terror wurden zu einer
globalen Auseinandersetzung.


Feuerball beim Südturm des World Trade Centers

AP/Chao
Soi CheongDie Anschläge von 9/11 als Auslöser für einen globalen
Konflikt


Unter welchem Namen diese in die Geschichtsbücher eingehen
werden, fragt sich Burke und schlägt in seinem Anfang September
erschienenen Buch „The 9/11 Wars“ („9/11-Kriege“) eben diese
Bezeichnung vor. Die Frage nach einem Gewinner dieser Kriege sei
schwer zu beantworten, so Burke in einem Abstract seines Buches im
britischen „Guardian“. Die Opfer seien hingegen leicht
auszumachen: Er kommt selbst nach konservativen Schätzungen auf
250.000 Tote. Rechne man ebenfalls sehr vorsichtig drei Verletzte pro
Getöteten, ergebe das eine Opferzahl von einer Millionen Menschen
als Nachwirkungen der verheerenden Anschläge in den USA.


8.000 tote westliche Soldaten


Am genauesten sind noch die Zahlen der gefallenen Soldaten
nachvollziehbar: Im Irak verloren bei den Operationen „Iraqi
Freedom“ und „New Dawn“ nach Angaben des Pentagons bis Ende
August 2011 4.476 US-Soldaten das Leben, rund 32.000 wurden
verwundet. Mehr als 300 Soldaten anderer Nationen der US-geführten
Koalition starben – die Hälfte davon waren Briten. Rund 1.500
Mitarbeiter von privaten Unternehmen, davon viele Söldner von
Sicherheitsfirmen, kamen ums Leben, heißt es auf der unabhängigen
Plattform iCasualties.org. In Afghanistan wurden seit Kriegsbeginn
2001 2.700 Soldaten getötet, davon rund 1.700 US-Amerikaner und 380
Briten.


60.000 Gegner getötet?


Im Irak wurden zwischen 2003 und 2010 rund 3.000 einheimische
Soldaten und 12.000 Polizisten getötet. Andere Quellen sprechen
insgesamt von rund 12.000 toten Einsatzkräften. Häufig waren
Polizeischüler und Anmeldestellen für den Polizeidienst das Ziel
von Selbstmordattentätern. Zudem wurden 8.000 Soldaten der Armee
Saddam Husseins von US-Streitkräften getötet.


In Afghanistan verloren rund 3.000 Polizisten und 2.800 Soldaten
das Leben, in Pakistan liegen die Schätzungen zwischen 2.000 und
4.000 Polizisten und bei 3.000 Mitgliedern des Militärs. Rechnet man
die anderen Schauplätze von islamistischen Anschlägen vom Libanon
über Saudi-Arabien bis zu Indonesien zusammen, schätzt Burke die
Zahl der getöteten regionalen Einsatzkräfte auf 40.000 bis 50.000.


Wie viele feindliche Gegner getötet wurden, ist kaum
festzustellen. Zwar heißt es von den westlichen Truppen, es gebe
keine offizielle Zählung, die meisten Einheiten würden aber sehr
wohl Aufzeichnungen darüber führen, wie viele Verluste man dem
Gegner zugefügt habe, sagt Burke. Für den Irak und Pakistan schätzt
er diese Zahl auf jeweils rund 20.000. In Afghanistan könnten es
auch mehr sein. Das ergibt insgesamt eine Opferzahl von rund 60.000.


Zivilisten als Terrorziele


Am schwersten abzuschätzen ist die Zahl der getöteten
Zivilisten. Sie machen den Hauptteil der Opfer der „9/11-Kriege“
aus. Einerseits gelten sie als „Kollateralschäden“, wie es in
der Sprache des Militärs nüchtern heißt, andererseits waren die
Zivilisten auch ganz bewusst Ziel von Attacken – etwa bei den
Anschlägen am 11. September.


die Zivilbevölkerung zwischen die Fronten


Die fast 3.000 Toten von 9/11 eingerechnet werden die westlichen
Opfer von Al-Kaida-Attentaten auf 5.000 geschätzt. Rechnet man alle
Anschläge militanter Islamisten – vor allem auch in Afghanistan,
Pakistan und dem Irak – zusammen, kommt man wohl auf mindestens
10.000 Tote. Andere Schätzungen reichen bis zu 20.000.


Schätzungen weit auseinander


Wie viele Zivilisten im Irak seit dem Einmarsch der US-Truppen
2003 ihr Leben verloren haben, ist kaum abzuschätzen. Konservative
Schätzungen sprechen von 65.000 bis 150.000 Toten. Von WikiLeaks
veröffentlichte US-Militärdokumente sprechen von 66.000 toten
Zivilisten bis 2009. Das irakische Gesundheitsministerium hat
Aufzeichnungen über 87.000 Opfer von gewaltsamen
Auseinandersetzungen, begann die Zählung aber erst 2005.

Die Nachrichtenagentur AP ergänzte diese Zahlen um die Jahre 2003
bis 2005 und kam auf rund 110.000 Opfer. Eine durchaus umstrittene
Studie des wissenschaftlichen Fachmagazins „Lancet“ kam auf der
Basis von Umfragedaten bis Ende 2006 schon auf 655.000 Tote. Dabei
wurden aber auch jene Menschen eingerechnet, die nicht direkt
Kampfhandlungen zum Opfer fielen, sondern etwa durch die schlechte
Gesundheitsversorgung oder die schlechte Infrastruktur starben.


In Afghanistan wurden zwischen 11.000 und 14.000 Zivilisten
getötet, drei- bis viermal so viele wurden verletzt. Viele der Opfer
starben durch westliche Streitkräfte, allein in den ersten beiden
Jahren der US-Offensive wurden bis zu 3.600 Menschen bei
Luftangriffen getötet. In Pakistan sprechen entsprechende Quellen
von 9.000 bis 10.000 Toten.


US-Staatsverschuldung als Vermächtnis


Neben all den Opfern sind auch die finanziellen Kosten der
„9/11-Kriege“ nur schwer abzuschätzen: Allein für die USA kam
der Haushaltsausschuss des Kongresses in Schätzungen auf Kosten für
die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 von 1,2 Billionen bis
1,7 Billionen Dollar (780 Milliarden bis 1,1 Billionen Euro). Der
Irak schlägt dabei mit rund drei Vierteln zu Buche.


Buchcover "The 9/11-Wars"Verlag
Allen Lane


Buchhinweis


Simon Burke: The 9/11 Wars. Penguin, 752 Seiten, 20,99 Euro.


Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz ging 2008 in
einem Buch sogar von einem Gesamtaufwand von drei Billionen Dollar
aus, wenn man auch Ausgaben für die Botschaft, den Wiederaufbau und
andere kriegsbedingte Angelegenheiten berücksichtigt. Die
Berechnungen seien dabei noch zurückhaltend, da viele „versteckte
Kosten“ gar nicht berücksichtigt seien. Auch der Schuldendienst
wurde nicht einberechnet.


Der enorme Anstieg der Militärausgaben für die Kriege befeuerte
auch die Staatsverschuldung der USA, die von 2001 bis Ende 2011 um 45
Prozentpunkte auf 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und
damit auf insgesamt über 14 Billionen Dollar (rund zehn Billionen
Euro) steigen wird.


Links:



Publiziert am 09.09.2011




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